Yangon

Yangon, von den Briten lange Zeit Rangoon genannt, ist heute zwar nicht mehr die Hauptstadt von Myanmar, doch noch immer die einzige echte Metropole des Landes. Die Einreise nach Burma erfolgt fast immer über den internationalen Flughafen der Stadt und kein Besuch des Landes wäre komplett ohne eine Besichtigung der einzigartigen Shwedagon Pagode im Herzen Yangons.

Wichtiges Zentrum in Myanmar

Obwohl die Hauptstadt von den Militärs 2006 ins nördliche Naypyidaw verlegt wurde, blieb Yangon weiterhin wirtschaftliches und kulturelles Zentrum von Myanmar. Heute leben hier etwa 5 Millionen Menschen, von denen die meisten ethnische Burmesen sind. Daneben leben hier nur kleine Gruppen der ethnischen Minderheiten wie die Karen und die Shan, sowie eine größere indische Minderheit. Die meisten von ihnen sind Nachfahren der indischen Arbeiter, die die Briten einst nach Burma holten. In den letzten Jahren kamen immer mehr Chinesen über die Grenze ins Land.

Mit den modernen High Tech-Metropolen in anderen südostasiatischen Ländern kann man es keineswegs vergleichen. Ausländische Mobiltelefone funktionieren noch fast gar nicht und das Internet ist ausgesprochen langsam – wenn es nicht gerade ausgefallen ist. Bis Ende 2012 gab es in ganz Yangon lediglich ein halbes Dutzend Geldautomaten, die nicht immer funktionieren und auch Kreditkarten werden selten angenommen.

Besucher sollten (möglichst neue, saubere) US-Dollarscheine oder Euro mitbringen, die am Flughafen oder in der Stadt in burmesische Kyat eingetauscht werden können. Seit einiger Zeit ist es nicht mehr notwendig, den Schwarzmarkt an der Sule Pagode zu bemühen, da es nun offizielle Wechselstuben mit fairen Kursen gibt. Für Scheine mit hohem Wert (100 oder 50 Dollar-Scheine) gibt es einen besseren Wechselkurs als für kleinere Scheine. Dies gilt jedoch derzeit noch für fast ganz Myanmar.

[ratings]

Geschichte von Yangon bzw. Rangoon

Der Legende nach entstand die heutige Stadt bereits zur Zeit des Buddha und ist damit über 2.600 Jahre alt. Zwei burmesische Brüder trafen auf einer Reise im Jahr 588 v. Chr. Gautama Buddha in Indien und erhielten von ihm acht Haare. Sie brachten die Reliquien in ihre Heimat Burma zurück und bauten für ihre Aufbewahrung eine neue Pagode auf dem Singuttara Hill, um den bald eine neue Siedlung entstand – Yangon. Archäologen verweisen diese Geschichte jedoch ins Land der Mythen. Ihnen zufolge wurde die erste Pagode erst zwischen dem 6. und dem 10. Jahrhundert n. Chr. vom Volk der Mon erbaut, die zu jener Zeit in einem Dorf namens Dagon wohnten. Erst als König Alaungpaya im Jahr 1755 die Stadt eroberte, gab er ihr den heutigen Namen, dessen wörtliche Übersetzung „Ende des Konfliktes“ bedeutet.

Zwar war es zu dieser Zeit schon eine wichtige Hafenstadt für die burmesischen Könige, doch erst die Briten machten sie ab 1852 zur Hauptstadt ihrer neuen Kolonie Britisch-Burma und zum wichtigsten Wirtschaftszentrum von Burma. Aus der Kolonialzeit stammen viele prächtige alte Kolonialgebäude, die heute jedoch dringend eine Restaurierung benötigen. Die Briten gaben ihr den Namen Rangoon unter dem sie bis 1989 weltweit bekannt war. Nach der blutigen Niederschlagung der Studentenproteste im Jahr 1988 benannte die Militärjunta die Stadt wieder um. Welcher Name heute benutzt werden soll, ist umstritten. Die National League for Democracy von Aung San Suu Kyi benutzt lieber Rangoon als Zeichen für die Ablehnung der Militärherrschaft und viele westliche Nationen handeln ebenso. Beide Namen werden in jedem Fall verstanden.

Lesetipp

Yoga-Möglichkeiten in Myanmar

Yoga in Myanmar

Die in Europa weit verbreiteten Formen des körperlich aktiven Yoga sind in Myanmar bislang nahezu …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.