Wirtschaft

Aufgrund jahrzehntelanger Misswirtschaft gehört mit Myanmar das einst reichste Land Südostasiens heute zu den Armenhäusern der Welt. Erst seit der Machtübernahme des neuen Präsidenten Thein Sein im Jahr 2011 wandelt sich das Blatt langsam, die Wirtschaft wächst wieder. Thein Sein verordnete längst überfällige Reformen und eine Öffnung zur westlichen Welt, durch die ausländische Investoren ermutigt werden sollen in Burma bzw. Myanmar zu investieren.

Durch das politische Tauwetter und vor allem durch die Freilassung von Aung San Suu Kyi kamen seitdem immer mehr ausländische Politiker nach Myanmar um über eine Zusammenarbeit nicht nur im Bereich Wirtschaft zu sprechen. Innerhalb kurzer Zeit stieg die Summe ausländischer Investitionen um ein vielfaches auf derzeit 20 Milliarden US-Dollar. Für 2011 wurde ein Wachstum der Wirtschaft von 8,8% bekanntgegeben.

Derzeit leben noch gut 70% der birmanischen Bevölkerung von der Landwirtschaft und lediglich 7% arbeiten in der industriellen Güterproduktion. Die wichtigsten Handelspartner Myanmars sind die Nachbarländer Thailand, Indien und China. Offiziell exportierte Myanmar 2011 Güter im Wert von knapp 10 Milliarden US-Dollar, doch dazu müssen theoretisch noch weitere Milliarden gerechnet werden, die auf den Schmuggel von Tropenholz, Edelsteinen und Drogen entfallen, die illegal nach Thailand, China und Bangladesch gebracht werden. Das gleiche gilt auch für die Importe, die im Tausch nach Burma kommen, darunter vor allem Dieselöl und moderne Gebrauchsgegenstände wie Fernseher, DVD-Player und Handys.

Landwirtschaft / Rohstoffe

Der größte Teil der birmanischen Bevölkerung arbeitet noch immer in der traditionellen Landwirtschaft. 60% der bewirtschafteten Flächen des Landes werden für den Reisanbau genutzt. In den letzten Jahren wurden verstärkt Kautschukplantagen angelegt um in den internationalen Handel mit Gummi einzusteigen. Ein großes Problem ist die fehlende Infrastruktur und die fehlenden Kenntnisse der Einheimischen im Umgang mit modernen Maschinen und Technologien. Weniger gern berichtet wird, dass das Land auch der zweitgrößte Opium-Produzent ist und im Goldenen Dreieck tonnenweise Opium und Amphetamine über die thailändische Grenze geschmuggelt werden.

Nachdem der Handel mit Öl und Edelsteinen aufgrund der wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Militärregime in den letzten Jahrzehnten zum Erliegen gekommen war, soll dieser nun wieder angekurbelt werden. Dazu gehört die Konstruktion neuer Pipelines nach China und die Erschließung eines riesigen Gasfeldes im Andamanischen Meer. Auch der Handel mit den beliebten birmanischen Edelsteinen dürfte wieder in Schwung kommen. Jedes Jahr exportiert das Land Edelsteine im Wert von etwa 1 Milliarde Dollar. 90% aller weltweit verbreiteten Rubine kommt aus Burma.

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Tourismus in Myanmar

Der Tourismus machte in den letzten Jahren noch einen sehr geringen Teil der Leistungskraft der Wirtschaft des Landes aus. Die Zahl der ausländischen Besucher lag bei etwa 750.000 pro Jahr. Durch die Öffnung des Landes werden jedoch für die nächsten Jahre stark steigende Zahlen erwartet und der Tourismus kann sich zu einem wichtigen Wirtschaftszweig des Landes entwickeln.

Die Geschichte der birmanischen Wirtschaft

Das Land ist reich an Bodenschätzen und handelt seit Jahrhunderten mit erlesenen Edelsteinen, insbesondere mit Rubinen. Das birmanische Teakholz wurde vor allem ab dem 18. Jahrhundert ein nachgefragter Rohstoff bei europäischen Nationen, die das ausgesprochen harte, belastbare Holz für den Schiffbau benötigten. Zur Zeit der britischen Kolonialisierung Ende des 19. Jahrhundertes war Myanmar eines der reichsten Länder Südostasiens und spielte eine wichtige Rolle im Seehandel Asiens. Unter den Briten wuchs das Land zudem zu einem wichtigen Exporteur von Reis heran und exportierte mit Hilfe der britischen Burmah Oil Company auch Öl nach Europa.

Nach dem 2. Weltkrieg und der Unabhängigkeitserklärung Burmas im Jahr 1948 ging es rasant bergab mit der Wirtschaft. Schon der erste Premierminister U Nu begann mit der Einführung einer zentralistischen Planwirtschaft, durch die die Reisexporte um 75% sanken und die Mineralölexporte sogar um 96%. Nach der Machtergreifung durch das Militär 1962 wurde die gesamte birmanische Industrie verstaatlicht und ein Programm ausgerufen, dass sich „Der birmanische Weg zum Sozialismus“ nannte. Der Weg führte jedoch geradewegs in den Abgrund und in den folgenden Jahrzehnten wurde es zu einem der ärmsten Länder der Welt.

Ab 1988 begann das Militär allmählich Gegenmaßnahmen zu ergreifen und ließ wieder ausländische Investoren und den Aufbau einer Privatwirtschaft zu. Trotzdem galt Burma weiterhin als eines der geschäftsfeindlichsten Länder der Erde und teilte sich mit Somalia einen unrühmlichen Spitzenplatz in der Liste der korruptesten Nationen weltweit. Die galoppierende Inflation verursachte zusätzliche Probleme.

Erst der Machtübernahme Thein Seins kommt es allmählich zu Verbesserungen und im März wurde ein neues Gesetz vorgestellt, das ausländische Investitionen wesentlich erleichtern wird.

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