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Verhalten

Besucher, die zum ersten Mal nach Myanmar reisen, sollten sich vor allem über die Geschichte und die politische Situation des Landes im Klaren sein und entsprechend ihr Verhalten anpassen. Viel zu viele Touristen reisen mit der Vorstellung eines zweiten Thailands ins „Land der 1.000 Pagoden“ und beklagen sich dann vor Ort über mangelnde Abwechslung oder die schlechte Infrastruktur.

Wer jetzt nach Myanmar reist, erlebt ein unverfälschtes Asien, in dem seit 50-60 Jahren die Zeit stehen geblieben ist. Züge sind alt und langsam, ausländische Handys funktionieren im Mobilfunknetz nicht und das Internet ist Mangelware. Außerhalb der großen Städte wird nur sehr wenig Englisch gesprochen und verstanden, so dass die Kommunikation in der Regel „mit Händen und Füßen“ stattfinden muss (Burmesen können die westliche Schrift genauso wenig lesen wie wir die burmesische Schrift, so dass es auch nichts hilft, mit dem Finger mehrfach ungeduldig auf Ortsbezeichnungen im deutschen Reiseführer zu tippen!).

Religion in Burma

Burma ist ein zutiefst vom Buddhismus geprägtes, sehr traditionelles und gläubiges Land. Die prachtvollen goldenen Pagoden, Tempel und Buddhas sind keine hübschen Sehenswürdigkeiten für die Touristen, sondern Gebäude voller religiöser Bedeutung, in die die Menschen täglich zum Beten kommen. Touristen sollten ihnen dementsprechenden Respekt zeigen und vor allem nicht zwischen knienden Betenden vor dem Buddha umherstapfen um möglichst tolle Fotos der Statue zu schießen. Auch aus zwei-drei Metern Abstand lassen sich noch schöne Bilder machen. Dass Schuhe vor der Pagode ausgezogen werden, versteht sich von selbst.

Mönche sind in Burma hochangesehen und fast jeder männliche Burmese geht ab und zu für einige Monate ins Kloster. Eine der wichtigsten Regeln des Klosterlebens ist es, morgens früh mit der Schale in die Dörfer zu gehen und um die tägliche Mahlzeit zu bitten. Die Einwohner geben gerne Reis, Früchte und ähnliches um Ansehen beim Buddha zu gewinnen. Auch Touristen können gerne in Myanmar etwas geben, allerdings sollte es sich nur um kleine vegetarische Gaben handeln. Dank sollten sie keinen erwarten: Sie sollten stattdessen dankbar sein, auf diese Weise ihr Ansehen steigern zu können. Mittags sammeln sich die Mönche zur Ausgabe der gekochten Speisen, die gerade in großen Klöstern wie dem Mahagandhayon Kloster in Mandalay zu einer „Touristenattraktion“ geworden ist. Auch hier gilt wieder: Bitte respektvollen Abstand halten!

Wer auf einer Wanderung unverhofft in ein kleineres Kloster schneit, wird von den Mönchen häufig zum Essen eingeladen. Auch hier ist wieder die richtige Etikette und eine respektvolle Haltung gegenüber den Gastgebern zu beachten. Ganz wichtig: Die Fußsohlen dürfen im Sitzen niemals auf einen Mönch zeigen, dies gilt als grobe Beleidigung.

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Vorsicht mit der Politik

Bis vor kurzem war es einheimischen Burmesen noch verboten, überhaupt mit ausländischen Touristen auf der Straße zu sprechen. Wer beim Kontakt mit Ausländern erwischt wurde, musste sich in Myanmar auf saftige Gefängnisstrafen gefasst machen. Mittlerweile ist die Regierung nicht mehr ganz so restriktiv und viele Burmesen trauen sich auch öffentlich über ihr Land und die Politik der Militärs zu sprechen. Trotzdem sollte die Initiative immer von den Einheimischen ausgehen. Besucher können gerne eine unverfängliche Frage zum Leben in Burma stellen und sollten dann abwarten, wie die Antworten ausfallen. Noch immer haben viele Menschen Angst vor einer Strafe – oder wollen ganz einfach nicht über Politik sprechen.

Respektvolle Kleidung

Frauen in knappen Minikleidchen und Männer „oben ohne“ in Schlabbershorts: Für die Burmesen ein Bild des Grauens. Burmesische Frauen kleiden sich fast immer in bodenlange longyis (Sarongs), die mit T-Shirts oder Blusen kombiniert werden; in den Städten sind auch Hosen oder westliche Röcke zu sehen. Burmesische Männer tragen ebenfalls häufig longyis oder aber lange Hosen. Jenseits des Strandhotels in Ngapali Beach sollten sich ausländische Besucher entsprechend anziehen und vor allem beim Besuch von Pagoden auf Kleidung achten, die Schultern und Knie bedeckt.

Das westliche Händeschütteln und überhaupt Körperkontakt ist in Myanmar nicht weit verbreitet. Begrüßung. Verabschiedung und auch das Bedanken erfolgt traditionell mit aneinander gelegten Handflächen und einer leichten Verbeugung. Das typische Grußwort ist „mingala“.

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