Tradition

Das kulturelle Leben in Myanmar ist stark vom Buddhismus und seiner uralten Tradition geprägt. Eine dem Westen entsprechende moderne Unterhaltungskultur beginnt sich nach über 50 Jahren Militärdiktatur erst sehr zögernd zu entwickeln und wird vor allem vom Nachbarland Thailand geprägt. Jenseits der Großstädte wie Yangon und Mandalay, in denen es durchaus auch touristische Angebote gibt, beschränken sich die Veranstaltungen im Bereich Kultur auf traditionelle buddhistische Feste und staatlich verordnete Feiertage wie den Unabhängigkeitstag am 4. Januar und den Unionstag am 12. Februar.

Religiöse Rituale

Von westlichen Besuchern werden zwar keine Vorkenntnisse erwartet, doch wer sich schnell inmitten von tiefgläubigen Buddhisten fehl am Platze fühlt, sollte einige der wichtigsten Traditionen im Umgang mit Pagoden, Tempeln und Mönchen kennen. Da dies ein wichtiger Bestandteil der nationalen Kultur ist, sollte man entsprechenden Respekt zeigen. So werden Pagoden und Stupas im Uhrzeigersinn von links nach rechts umschritten, niemals umgekehrt. Damit wird der Weg der Sonne symbolisiert, von dem sich die Menschen eine segensreiche Wirkung erhoffen. Zu jeder Pagode gehört in der Regel auch ein Gong oder eine Glocke, die mit einem Holzstück dreimal geschlagen wird. Damit wird den Nats mitgeteilt, dass ein guter Vorsatz gefasst wurde. Will man zusätzlich die Erdgeister benachrichten, klopft man anschließend noch einmal auf den Boden.

Mönche genießen in Myanmar ein hohes Ansehen. Wer von Mönchen zum Essen oder zu einem Gespräch über den Buddhismus eingeladen wird, sollte sich niederknien oder auf die nach hinten abgewinkelten Beine setzen. Einem Menschen die Fußsohlen entgegen zu strecken, gilt als grobe Beleidigung – bei Mönchen noch viel mehr als bei anderen Menschen.

Tradition in Myanmar

Zur bekanntesten buddhistischen Tradition in Burma gehört das Kason-Fest, das zum Vollmond Ende April oder Anfang Mai ein fester Bestandteil des Feiertagskalenders ist. An diesem Tag feiert man die Geburt, die Erleuchtung und das Erlöschen des Buddha, indem Wasser über die Wurzeln der heiligen Bodhibäume gegossen wird. Mit dem Vollmond im Juni oder Juli beginnt in Myanmar die dreimonatige buddhistische Fastenzeit Waso. Diese Tradition wird zwar nicht so streng beachtet wie der Ramadan im Islam, doch ausländische Besucher sollten die Fastenzeit respektieren. Als feste Tradition ziehen sich viele Männer für diese Zeit in die Klöster zurück um als Kurzzeitmönche zu meditieren und innere Einkehr zu halten. Erst mit dem Vollmond im Oktober endet die Fastenzeit und es beginnt eine Periode des Feierns, die mit dem November-Vollmond ihren Höhepunkt findet.

Das buddhistische Neujahrsfest ist nicht mit dem chinesischen Neujahr zu verwechseln, das gegen Ende Januar/Anfang Februar stattfindet. Die Feier für das buddhistische Thingyan-Fest liegt immer Mitte April. Besucher müssen sich auf ihrer Reise durch Myanmar darauf gefasst machen, dass Geschäfte bis zu eine Woche lang geschlossen haben.

Viele weitere Traditionen und Feste werden regional von den jeweiligen Bevölkerungsgruppen gefeiert, darunter die Manao-Feste der Kachin, die ihrem Schutzgeist Lamu Madai gewidmet sind und die ganze Nacht hindurch gefeiert wird. Ein fixes Datum ist der Nationalfeiertag der Kachin am 10. Januar – alle andere Feste werden individuell von den Stammesältesten festgelegt.

Leichter für Touristen zu finden sind die Pagodenfeste der großen Städte, bei denen das Gründungsdatum der ältesten Pagode der Stadt gefeiert wird. In Yangon wird beispielsweise die Gründung der berühmten Shwedagon Pagode Ende Februar/Anfang März gefeiert, während Bagan den Ananda-Tempel Ende Dezember mit einem mehrtägigen Festival ehrt.

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Weitere Beispiele der alten Kultur

Eine klassische Veranstaltung und definitiv fester Bestandteil der Kultur in Burma, die auch häufig für Touristen angeboten wird, ist das birmanische Marionettentheater (Jokthe Poe), bei dem die Puppenspieler kunstvoll geschnitzte Holzmarionetten mit manchmal bis zu 20 unterschiedlichen Fäden bewegen. Die Aufführungen erzählen gewöhnlich alte birmanische Legenden oder Geschichten aus dem Leben Buddhas nach.

Sehenswert sind auch die klassischen Tanzaufführungen, die denen der Nachbarländer ähneln und in denen meistens Geschichten aus der indischen Ramayana nacherzählt werden.

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