Standard-Impfungen für Myanmar

Schon der Begriff „Standardimpfungen“ bringt zum Ausdruck, dass es gewisse Schutzimpfungen gibt, die in Deutschland Standard sind und die generell jedes Kind bekommt. Diese Standardimpfungen werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Institutes herausgegeben und regelmäßig aktualisiert. Bei Reisen in exotische Länder werden diese Impfungen zumeist als gegeben vorausgesetzt, so dass sie nicht in den Listen der „empfohlenen Impfungen für Reiseland XY“ erscheinen. Trotzdem sollte jeder Mensch für sich überprüfen, ob sämtliche Standardimpfungen in der Kindheit durchgeführt wurden und – noch wichtiger – auch regelmäßig aufgefrischt wurden.

Impfungen für Myanmar nicht unterschätzen

Gerade in Myanmar, wo die gesundheitliche Vorsorge in den letzten Jahrzehnten sehr schlecht war, kann es durchaus passieren, dass anderswo längst gebannte Krankheiten noch auftreten – und es im schlimmsten Fall zu einer Infektion kommt. Daher hier die Liste der wichtigen Standardimpfungen, die das Robert Koch-Institut derzeit empfiehlt und die bei einer Reise nach Myanmar vorhanden sein wollten:

Tetanus-Impfung (Wundstarrkrampf)

Was kaum jemand weiß: Die Tetanus-Schutzimpfung muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden, damit der Impfschutz wirksam ist. Wer also als Kind „irgendwann mal“ die Tetanus-Impfung erhalten hat und nun mit 40 Jahren auf Myanmar-Reise geht, sollte hier unbedingt vorher eine Auffrischungs-Impfung durchführen lassen. Bei Kleinkindern ist darauf zu achten, dass ein vollständiger Schutz erst nach drei Impfungen gegeben ist. Tetanus wird durch das Bakterium Clostridium tetani ausgelöst, das quasi allgegenwärtig im Erdboden und im Staub der Straßen lebt. Dringen die Bakterien durch eine offene Wunde in den Körper ein, sondern sie Giftstoffe ab, die die muskelsteuernden Nervenzellen schädigen. Bei nicht rechtzeitiger Behandlung kommt es zu schweren Muskelkrämpfen, die den Tod durch Ersticken herbeiführen. Selbst in Deutschland verläuft ein Viertel der (wenigen) Erkrankungen tödlich.

Diphterie (Krupp)

Auch die Diphtherie-Schutzimpfung muss alle zehn Jahre aufgefrischt werden. Bei dieser Infektionskrankheit dringt das Bakterium Corynebacterium diphtheriae in die oberen Atemwege ein und bildet Giftstoffe. Werden diese über das Blut in die inneren Organe transportiert, kann es zu schweren Komplikationen wie einer Herzmuskelentzündung kommen. Während Diphtherie in Westeuropa als ausgerottet gilt, gehört Südostasien und somit auch Myanmar nach wie vor zu den Infektionsgebieten. Zwar verläuft Diphtherie nur selten tödlich, doch auf ausreichenden aufgefrischten Impfstoff sollte dennoch geachtet werden.

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Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten ist für Erwachsene meist nur lästig, aber nicht todbringend. Gefährdet sind hier vor allem Säuglinge, bei denen der langanhaltende heftige Husten zum Tod führen kann. Daher wird schwangeren Frauen eine Auffrischungsimpfung empfohlen, während sie für gesunde Erwachsene zumeist nicht notwendig ist. Seit 2009 empfiehlt die STIKO jedoch eine Kombinations-Auffrischungsimpfung, die neben Tetanus und Diphterie auch Keuchhusten umfasst.

Kinderlähmung (Polio)

Anders als die bisher genannten Krankheiten wird Kinderlähmung nicht von Bakterien, sondern von Viren verursacht. Während diese Infektionskrankheit in Europa als durchweg ausgerottet gilt, ist sie in asiatischen Ländern (und in Afrika) nach wie vor verbreitet. Meist werden die Viren durch Schmier- oder Tröpfcheninfektionen übertragen und wandern dann über den Mund in die Lymphknoten und in die Blutbahnen. Sie schädigen die Nervenzellen der Muskulatur und lösen im weiteren Verlauf Lähmungen aus. Dabei kann auch das Gehirn betroffen sein und zu einer Meningitis führen. Eine Auffrischungsimpfung im Erwachsenenalter ist nicht notwendig, sofern im Kindesalter die Grundimmunisierung durchgeführt wurde.

Mumps, Masern, Röteln, Windpocken (MMRV)

Gegen die klassischen Kinderkrankheiten wird heute die MMRV-Kombinations-Impfung empfohlen. Allerdings scheiden sich an ihr die Geister, denn viele Mediziner und auch Eltern sind der Ansicht, dass diese Kinderkrankheiten einfach durchgestanden werden sollten – und so ebenfalls eine lebenslängliche Immunisierung erfolgt. Die STIKO spricht eine Impfempfehlung nur für Frauen in gebärfähigem Alter aus, da Röteln und Masern den Fötus im Mutterleib schädigen können. Auch Mitarbeiter im gesundheitlichen Bereich wie Kliniken, Arztpraxen etc. wird die Schutzimpfung empfohlen.

Influenza (Vogelgrippe, Schweinegrippe)

Grippe-Impfungen gehören in Deutschland nicht zu den Standardimpfungen. Auch hier scheiden sich die Geister, ob diese Impfungen wirklich sinnvoll sind oder die Empfehlungen nur dazu dienen, der Pharmaindustrie die Kasse zu füllen. Letztendlich muss dies jeder für sich entscheiden. Um in Myanmar eine mögliche Ansteckung mit den immer wieder in Asien auftretenden Vogelgrippe-Viren zu vermeiden, sollte der direkte Kontakt zu Federvieh jeder Art vermieden werden, z.B. auf Märkten oder beim Füttern von Haushühnern in ländlichen Gebieten.

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