Sprachen in Myanmar

Im Vielvölkerstaat Myanmar werden insgesamt rund hundert verschiedene Sprachen gesprochen. Die offizielle Landessprache ist das Burmesische (in älteren deutschen Publikationen häufig auch noch „Birmanisch“ genannt), das die Muttersprache von etwa zwei Dritteln der Bevölkerung ist.

Burmesisch als Landessprache

Die burmesische Sprache ist die Sprache der Bamar, der dominierenden Bevölkerungsgruppe in Myanmar, von der sich auch die eigentliche Bezeichnung des Landes ableitet. Vielfach werden die Begriffe „Bamar“ und „Burmesen“ austauschbar behandelt, doch streng genommen sind die Bamar ein Volk, das zu den Burmesen gehört, den Einwohnern Burmas, zu denen auch viele andere Volksgruppen gehören.

Die Bamar wanderten vor etwa 1.500 Jahren aus der heutigen chinesischen Provinz Yunnan nach Südwesten und ließen sich im fruchtbaren Tal der Irrawaddy nieder, wo sie die dort ansässigen Mon und Pyu teilweise verdrängten oder sich mit ihnen vermischten. Ihre Sprache, die zu den sino-tibetanischen Sprachen gehört, wird daher heute sowohl von den Bamar als auch von ethnischen Minderheiten wie den Mon als Muttersprache gesprochen. Die burmesische Schrift ist eine Weiterentwicklung der mittelalterlichen Mon-Schrift (aus der sich auch die moderne Thai-Schrift entwickelte) und wird heute auch von anderen in Myanmar gesprochenen Sprachen verwendet.

Burmesisch ist eine tonale Sprache, d.h. die Bedeutung eines Wortes hängt von der richtigen Betonung ab. Als „Standard-Burmesisch“ (vergleichbar mit Hochdeutsch) gilt dabei das Burmesisch, das im Irrawaddy-Tal zwischen Yangon und Mandalay gesprochen wird. In anderen Regionen variieren die Dialekte stark, doch eine Verständigung ist zumeist möglich.

Weitere Sprachen in Myanmar

Die wichtigsten Sprachen der ethnischen Minderheiten in Myanmar sind die Tai-Sprache der Shan mit etwa 3,2 Millionen Sprechern (und in der Tat eng mit Thailändisch verwandt), die Sprachen der Karen mit etwa 2,6 Millionen Sprechern und die indische Sprache der Rohingya mit etwa 1 Million Sprechern. Auch Kachin (ca. 900.000 Sprecher), Chin (780.000) und Mon-Khmer (750.000) sind nach wie vor weit verbreitet.

Die burmesische Junta versucht seit Jahrzehnten den Gebrauch anderer Sprachen zugunsten von Burmesisch zu unterdrücken, hat damit jedoch kaum Erfolge.

Englisch in Burma

Während der britischen Kolonialzeit war Englisch die Zweitsprache der burmesischen Oberschicht in den Großstädten. Nach der Unabhängigkeitserklärung und der Machtergreifung der Militärs wurde Englisch zunehmend verbannt, erlebt jedoch heute wieder ein Comeback und daher wird Englisch in den meisten Schulen als erste Fremdsprache unterrichtet. Reisende sollten sich jedoch darauf einstellen, dass Englischkenntnisse außerhalb der touristischen Zentren in Yangon, Mandalay und Bagan kaum vorhanden sind.

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