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Religionen in Myanmar

Myanmar ist ein zutiefst buddhistisch geprägtes Land, in dem die Religion eine große Rolle im Alltag spielt. Für die meisten jungen birmanischen Männer ist ein Aufenthalt in einem buddhistischen Kloster Teil des Erwachsenwerdens. Den Klöstern kommt zudem eine große Bedeutung als Bildungseinrichtung zu, da sie vor allem in ländlichen Gebieten die Schulen ersetzen.

Doch auch Buddhisten glauben in Myanmar häufig noch an die sogenannten „Nats“, die Geister des Landes, denen in vielen buddhistischen Tempeln und in Privathäusern eine Nische gewidmet ist. Andersgläubige Minderheiten oder eine andere Religion wie Christentum und Islam wurden von der Militärführung systematisch benachteiligt und schikaniert, so dass ihre Zahl gering blieb.

Der Buddhismus

Etwa 89% aller Birmanen sind gläubige Buddhisten. Die buddhistische Religion ist die große Klammer, die die vielen unterschiedlichen Völker des Landes zusammenhält. In jedem noch so kleinen Ort befindet sich eine Stupa und ein Kloster mit Schule. Die am weitesten verbreitete Ausrichtung dieser Religion ist der sogenannte Theravada-Buddhismus, der im Mittelalter den bis dahin vorherrschenden Mahayana-Buddhismus ersetzte. Die Bezeichung Theravada leitet sich aus dem Sanskrit „sthaviravada“ ab, das wörtlich übersetzt „Die Lehre der Weisen“ bedeutet. Seinen Ursprung hatte diese Ausprägung in Sri Lanka, von wo aus er sich über Indien nach ganz Südostasien verbreitete. In Burma führte vor allem die britische Kolonialherrschaft und die Aktivitäten der christlichen Missionare im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem Wiedererstarken des Buddhismus.

Mönche in einem Tempel am Inle Lake
Mönche in einem Tempel am Inle Lake

Viele Besucher fragen sich, warum die so tiefgläubigen Buddhisten ihre unzähligen Pagoden häufig verkommen und verwittern lassen, beispielsweise im berühmten Bagan. Der Grund ist einfach: Nur der Bau einer neuen Pagode, egal wie klein, wird als „Verdienst“ angesehen, der den Weg ins Nirvana beschleunigt und für gutes Karma sorgt.

Die Nats

Der Glaube an Nats ist in Burma weit verbreitet und wurde in den Buddhismus übernommen. Bei den 37 verehrten Nats handelt es sich hauptsächlich um verstorbene Menschen, die ein gewaltsames Ende fanden (und somit durchaus mit christlichen Heiligen verglichen werden können). Jedes Dorf in Myanmar besitzt einen Schrein, in dem der Schutzgeist des Dorfes („ywa saung nat“) verehrt wird, während in vielen Privathäusern eine Ecke für den Hausgeist („saung nat“) reserviert ist. Zusätzlich besitzt jeder Mensch seinen persönlichen Schutzgeist, den „ko saung nat“, der mit unseren Schutzengeln vergleichbar ist. Die Nats werden unabhängig von buddhistischen Festtagen in Myanmar geehrt, u.a. am Vollmondtag des Monats Dezember (Natdaw) am Mount Popa in der Nähe von Bagan.

Das Christentum

Etwa 4% der Bevölkerung bekennen sich offiziell zum Christentum, die meisten von ihnen sind Angehörige der Kachin, Chin und Kayin, in deren Regionen christliche Missionare ihre Religion besonders erfolgreich verbreiten konnten.

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Der Islam

Etwa weitere 4% der Bevölkerung von Burma sind Muslime, der weitaus größte Teil von ihnen sind Rohingyas, Einwohner des Bundesstaates Rakhine, der an Bangladesch grenzt. Die Rohingyas gehören ethnisch und sprachlich zu den indoarischen Völkern Indiens, während die anderen Bevölkerungsgruppen Myanmars ethnisch zu den sinotibetischen Völkern gezählt werden. Rakhine mit seiner islamischen Bevölkerung wurde erst im 18. Jahrhundert von Burma erobert. Seit dieser Zeit werden die Muslime stark unterdrückt und verfolgt und viele Rohingyas zogen über die Grenze ins benachbarte islamische Bangladesch. Heute leben noch etwa 800.000 Rohingya im Bundesstaat Rakhine.

Andere Religionen in Myanmar

Die Hindus machen etwa 1% der Bevölkerung aus. Bei ihnen handelt es sich hauptsächlich um indische Immigranten. Das Judentum ist seit dem Beginn des 2. Weltkriegs und der Machtübernahme des Militärs fast vollständig aus Burma verschwunden. Heute gibt es nur noch eine einzige Synagoge in Rangoon.

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