Pyin U Lwin (Maymyo)

Nordöstlich von Mandalay liegt eine der schönsten Regionen Myanmars in den kühlen Hügeln den Shan States. Vor allem rund um die alte britische Hill Station Maymyo, die heute Pyin U Lwin heißt (und häufig auch Pyin Oo Lwin geschrieben wird), befinden sich viele schöne Trekking-Routen, die sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene begeistern.

„Entdeckt“ in der Kolonialzeit

Wie überall in ihrem riesigen asiatischen Kolonialreich waren die Briten auch in Burma auf der Suche nach einem kühleren Ort in den Höhenlagen, in dem sie der tropischen Schwüle Asiens und dem Monsunregen entkommen konnten. Nach der Annektierung Mandalays im dritten Anglo-Burmesischen Krieg 1885 schwärmten englische Kolonialbeamte, Wissenschaftler und Naturkundler in die Umgebung aus und stießen dabei auf ein Dorf der Shan, das malerisch in den Hügeln des Hochlandes von Myanmar lag und Pyin U Lwin genannt wurde. Es sollte nur noch bis zum Bau der Eisenbahnstrecke von Mandalay nach Lashio nahe der chinesischen Grenze dauern, bis die Briten schon 1896 bei Pyin U Lwin einen ersten Militärposten errichteten. Dieser wurde nach dem ersten Oberbefehlshaber, Colonal May, Maymyo genannt, ein Name der später auch auf die benachbarte Shan-Siedlung ausgedehnt wurde („myo“ bedeutet Stadt auf burmesisch).

Koloniale Spuren in Pyin U Lwin

Als das angenehme Klima von Maymyo bei der Kolonialregierung im feucht-heißen Yangon bekannt wurde, gab es kein Halten mehr: Mit Mann und Maus siedelten die Briten im Sommer nach Maymyo um und regierten jedes Jahr mehrere Monate lang vom kühlen Hochland aus. Aus dieser Zeit stammen die vielen schönen Villen im Kolonialstil und die vielen anderen britischen Bauten in der Stadt. Noch heute leben in Maymyo viele Nachfahren der Anglo-Burmesen, jener Bevölkerungsgruppe, die zumeist aus Verhältnissen britischer Kolonialbeamter und einheimischer Frauen hervorgegangen war und die bis zum zweiten Weltkrieg sehr einflussreich war. Daneben besitzt die Stadt bis heute eine der größten indischen und anglo-indischen Gemeinden in ganz Burma, die auf die Inder zurückgehen, die die Briten als günstige Arbeiter ins Land holten.

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Maymyo heute

Nach der Machtergreifung des Militärs kam die Wirtschaft in Maymyo größtenteils zum Erliegen, doch in den letzten Jahren hat sich die Lage wieder gebessert. Über die chinesische Grenze kamen viele Einwanderer aus Yunnan in die Region und neben einheimischen Urlaubern finden immer mehr ausländische Besucher den Weg in das wieder in Pyin U Lwin umbenannte Städtchen.

Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Region gehört die Blumenzucht, der Gemüse- und Obstanbau und der Kaffeeanbau. Außerdem gilt Pyin U Lwin als Zentrum der Seidenraupenzucht. Im Sericulture Research Center werden sowohl die Maulbeerbäume gezüchtet, in denen die Seidenraupen leben, als auch die Raupen selbst, aus deren Kokons die kostbare Seide gewonnen wird.

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