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Myanmar oder Thailand?

Das eine ein seit 40 Jahren von westlichen Touristen stark besuchtes Land mit hervorragender, hochmoderner Infrastruktur, das andere ein Land, das nach über 50 Jahren Militärdiktatur erst allmählich aus der Isolierung kommt: Einen größeren Unterschied kann es in Südostasien kaum geben als den zwischen Myanmar (bzw. Burma) und Thailand.

Thailand besser für Asieneinsteiger

Für den Erstbesucher dürfte die Entscheidung leicht sein: In Thailand finden sich Ausländer gut zurecht, die Infrastruktur ist hervorragend und Touristenorte sind gut ausgestattet. Die meisten Thais in den Urlaubsorten sprechen etwas Englisch und wer nicht ohne westliche Küche auskommt, findet überall Fast Food, Sandwichs und Pizza. Myanmar ist dagegen schwerer zu bereisen: Die Infrastruktur ist stark veraltet, eine Beschilderung auf Englisch fehlt und jenseits der Metropole Yangon sind Fremdsprachenkenntnisse rar. Wer sich nicht gerade im Rahmen einer Gruppenreise auf die klassische Tour macht, die von Yangon über Bagan nach Mandalay und zum Inle-See führt, wird die Fortbewegung als schwieriger empfinden. Gute Hotels sind jenseits der touristischen Zentren Mangelware und Freizeitangebote wie Swimming Pools oder Sportanlagen Mangelware. Der beliebteste burmesische Badeort Ngapali Beach kann mit den Badeorten Thailands in keinster Weise mithalten.

Myanmar: Das ursprüngliche Südostasien

Dies macht jedoch gerade den Reiz von Myanmar aus: Wer eine Vorstellung von Südostasien bekommen will, wie es noch vor 50 oder 100 Jahren aussah, ehe die Globalisierung und die modernen, weltweit verbreiteten Handelsketten Einzug hielten, wird dies überall in Burma finden: Bei den Fischern am Inle-See, in den staubigen Gassen von Mandalay oder bei Wandertouren durch die völlig unberührte Natur.

Apropos Natur: Auch hier ist wieder die Frage, was der Besucher erwartet: Wer sich einmal als Indiana Jones-artiger Dschungelforscher fühlen will und kein Problem damit hat, in einfachsten Unterkünften in Dörfern zu übernachten, wird Burma lieben. Viele Gebiete werden gerade erst touristisch erschlossen. Einzelne wagemutige Grüppchen ziehen mit einem Führer durch die unberührte Landschaft und schlafen bei den Bergstämmen in deren Häusern. Wer den Dschungel lieber als kontrollierten Tagesausflug erleben will, sollte dagegen das thailändische Angebot wählen und sich den vielen Ausflügen von Chiang Mai in die Berge des Nordens anschließen.

Beide Länder mit beeindruckenden Sehenswürdigkeiten

An großen Sehenswürdigkeiten nehmen sich die beiden Länder nichts: Wo Thailand mit dem beeindruckenden Grand Palace von Bangkok und den alten Königsstädten Ayutthaya und Sukhothai aufwartet, hält das Nachbarland mit der Shwedagon Pagode von Yangon und der alten Königsstadt Bagan locker dagegen.

Wer Abstand von der modernen Zivilisation sucht, ist in Burma richtig: Ausländische Mobiltelefone funktionieren noch immer nicht zuverlässig und auch ein Internetzugang ist häufig noch ein Glücksspiel. Nach Sonnenuntergang wird es ruhig in den Straßen und für Touristen ist die Zeit gekommen, sich mit einem guten Buch auf die Veranda zurück zu ziehen. Nachtleben und Partys suchen Burma-Reisende jenseits von Yangon vergebens. Wer sich im Urlaub bis in die Morgenstunden vergnügen will und nicht ohne Alkohol auskommt, sollte daher Thailand wählen: Ob Bangkok, Pattaya oder Ko Samui: Hier geht jede Nacht die Post ab. Dazu kommt, dass sich die Thais seit langem an westliche Besucher und deren Eigenarten gewöhnt haben und viel Toleranz zeigen. Die Burmesen dagegen, die so viele Jahre vom Ausland abgeschottet waren, werden so manchen Verhaltensweisen und Kleidungsstücken eher mit Unverständnis begegnen. Dies gilt vor allem für unangemessene Kleidung in Tempeln oder die falsche Umgangsweise mit den hoch respektierten Mönchen des Landes.

Es wäre jedoch falsch anzunehmen, dass das verarmte Burma ein sehr billiges Reiseland ist. Sicher ist ein Nudelgericht in einer Garküche oder die Fahrt mit der Eisenbahn sehr günstig, aber auch nicht günstiger als in Thailand. Und durch den Touristenboom der letzten Zeit sind die Hotelpreise regelrecht explodiert. Vor allem in Yangon sind kaum noch günstige Unterkünfte zu haben, da die Nachfrage das Angebot übersteigt. Gerade für Backpacker ist es daher ein teures Pflaster geworden. Auch die Inlandsflüge sind relativ teuer, doch mittlerweile gibt es immerhin einige zuverlässige Linienbusverbindungen zwischen den großen Städten.

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Ein Fazit

Sehenswert sind letztendlich beide Länder. Doch wer derzeit nach Myanmar reist, muss einen gewissen Abenteuergeist mitbringen und sich auf einige Unzulänglichkeiten einstellen können. Dann erlebt er ein magisches Land, das einen Blick in eine ansonsten längst vergangene Welt ermöglicht. Wer jedoch im Urlaub nicht ohne Komfort und Unterhaltung sein kann, sollte weitere fünf bis zehn Jahre warten, bis der Tourismus in Myanmar aus den Kinderschuhen gewachsen ist.

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