Home » Orte » Mrauk U

Mrauk U

Mrauk U, die ehemalige Hauptstadt des unabhängigen Königreiches Rakhine, gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen von Myanmar. Dies geschieht jedoch nicht ganz freiwillig, denn durch die immer wieder aufflammenden politischen Unruhen in Rakhine wird ausländischen Touristen der Zugang zu Orten wie Mrauk U und Sittwe immer wieder versperrt.

Aktuell ist Individualreisenden der Besuch von Rakhine nicht gestattet. Besucher müssen sich einer Reisegruppe mit einem ortskundigen Führer anschließen und eine Genehmigung zum Besuch von Rakhine einholen. Da sich dies immer wieder ändern kann – von einer Erlaubnis, den Staat unabhängig zu bereisen bis zum kompletten Einreiseverbot – sollten sich Besucher vor der Reise in solche Regionen von Myanmar nach der aktuellen Lage erkundigen.

Legenden um die Namensbildung

Wörtlich übersetzt bedeutet der Name Mrauk U „Affen-Ei“. Dieser kuriose Name wird mit einer Legende erklärt, wonach ein Affe an diesem Ort dem vorbei wandernden Gautama Buddha ein Ei als Zeichen seiner Verehrung schenkte. Eine andere Legende erzählt von einer einsamen Affendame, die sich mit einem Pfau zusammentat und ein Ei legte, aus dem ein menschlicher Junge schlüpfte. Dieser Junge wuchs zu einem mächtigen Prinzen heran, der die Stadt gründete und ihr als Hinweis auf seine Herkunft den Namen „Affen-Ei“ gab.

Dukkanthein Paya (Pagode) in der Nähe von Mrauk U
Dukkanthein Paya (Pagode) in der Nähe von Mrauk U

Das heutige Mrauk U

Mrauk U ist heute ein verschlafenes Nest, das vor allem vom Anbau von Reis und Gemüse und von der Fischerei lebt. Die Infrastruktur im heutigen Rakhine ist schlecht und Touristen kommen aufgrund der volatilen politischen Lage nur selten in die Region. Wer als Individualreisender hierher kommt (sofern dies möglich ist), muss 5 US Dollar „Eintritt“ für die Stadt zahlen. Entsprechende Eintrittskarten werden an der Shitthaung Pagode verkauft, doch auch wer dort nicht hingeht, wird früher oder später einem Regierungsbeamten in die Arme laufen, der kassiert. Ausländische Touristen sind zu selten um unbemerkt zu bleiben.

Bewegte Geschichte dieser Region von Myanmar

Historisch belegt ist dagegen, dass der arakanische König Min Saw Mon die Stadt 1433 als neue Hauptstadt des vereinigten Königreiches von Arakan (Rakhine) gründete. Ihre größte Blüte erlebte die Region im 17. Jahrhundert, als über 160.000 Menschen in der Stadt lebten und sich das Königreich Arakan vom heutigen Chittagong in Bangladesch bis zum Irrawaddy ausdehnte. Die Lage am Golf von Bengalen ließ die damalige Hauptstadt zu einer wichtigen Hafenstadt werden, in der sich Händler aus Indien, Persien, Arabien und Bengalen trafen um Reis, Elefanten, Elfenbein und Holz aus dem Inneren von Burma zu kaufen. Als erste Europäer gründeten die Portugiesen und Niederländer im 17. Jahrhundert hier Handelsposten. Die Könige von Arakan waren tiefreligiöse Buddhisten und ließen entsprechend viele Pagoden und Tempel errichten, von denen die meisten heute noch gut erhalten sind.

Nach der Eroberung Arakans durch die Burmesen im Jahr 1784 begann der Stern von Mrauk U zu sinken. Die Burmesen plünderten die wichtigsten Schätze des Königreiches, darunter den Mahamuni Buddha, der heute in Mandalay untergebracht ist und als größtes Heiligtum Arakans galt. Immer wieder kam es zu Aufständen der einheimischen Arakanesen gegen die burmesischen „Besatzer“ und noch heute gibt es Bemühungen um die Unabhängigkeit von Myanmar. Sezessionsversuche wurden von der regierenden Militärjunta jedoch immer niedergeschlagen und 1989 wurde Arakan offiziell in Rakhine umbenannt.

[ratings]

An-/Abreise

Die Anreise erfolgt in der Regel über den Flughafen von Sittwe, der täglich von Air Bagan und Air Mandalay ab Yangon angeflogen wird. Viele Flüge machen eine Zwischenlandung in Thandwe/Ngapali Beach. Der Flughafen ist nicht mehr als eine einzige Landebahn aus dem zweiten Weltkrieg und bietet keinerlei Geschäfte oder andere Annehmlichkeiten.

Eine Anreise per Bus stellt keine Alternative dar: Ab Yangon werden gut zwei Tage über kleine schlechte Küstenstraßen nach Sittwe benötigt.

Die einzig sinnvolle Möglichkeit nach Mrauk U zu gelangen, ist mit der Fähre ab Sittwe. Allerdings verkehrt nur ein Schiff pro Tag, so dass je nach Ankunft in Sittwe eine Zwischenübernachtung notwendig ist. Es ist außerdem möglich, in Sittwe ein eigenes Boot ähnlich wie ein Taxi zu chartern. Schnelle kleine Boote legen die Strecke nach Mrauk U in vier bis sechs Stunden zurück und kosten je nach Verhandlungsgeschick etwa 80 bis 100 US Dollar.

Überlandfahrten mit dem Bus von/nach Sittwe oder Yangon sind sehr langsam und unbequem und die halbe Zeit für ausländische Besucher ohnehin verboten.

Lesetipp

Yoga-Möglichkeiten in Myanmar

Yoga in Myanmar

Die in Europa weit verbreiteten Formen des körperlich aktiven Yoga sind in Myanmar bislang nahezu …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.