Home » Orte » Mount Popa

Mount Popa

Der vulkanische Mount Popa im Zentrum des Landes gilt als spirituelles Herz von Myanmar und einer der heiligsten Orte des Landes. Zugleich ist er als Zentrum der Geisterverehrung (Nats) berühmt. In einem Schrein am Fuße des Berges sollen 37 dieser Geister beheimatet sein. Da sich dieses Ziel nur 60 km von Bagan entfernt befindet, unternehmen die meisten Menschen einen Tagesausflug von dort. Die Fahrt mit dem Bus dauert etwa 90 Minuten. Viele Hotels  bieten von dort auch organisierte Tagestouren an.

Der eigentliche Vulkan wird häufig mit dem Taung Kalat verwechselt, einem steil aufragenden Hügel, der ein wenig aussieht, als sei er mit einem Sandförmchen hergestellt worden. Dieser Vulkan, der ebenfalls Mount Popa genannt wird, ist 737 Meter hoch und bekannt in Myanmar für das Kloster auf seinem Gipfel. Besucher können die 777 Stufen zum Kloster hinaufsteigen und den wunderschönen Ausblick über die Ebene genießen. An klaren Tagen geht die Sicht auf einer Seite bis nach Bagan und auf der anderen Seite zum eigentlichen Vulkan, der von den Einheimischen auch Taung Ma-gyi (Mutterhügel) genannt wird, um ihn vom Vulkan zu unterscheiden.

Der Name „Popa“ stammt aus der indischen Sprache Sanskrit und bedeutet „Blume“. Damit wird auf die vielen Blumen und Heilkräuter verwiesen, die am Berg wachsen. Blumen werden auch zur Geisterverehrung in vielen Läden und an Marktständen verkauft.

Legenden um die Entstehung des Mount Popa

Um die Entstehung des Bergs (gemeint ist der Taung Kalat) und die in ihm lebenden Geister ranken sich viele Legenden. Eine davon erzählt von einem fürchterlichen Erdbeben im Jahr 442 v. Chr., als der Boden aufriss und sich der Hügel an die Oberfläche schob.

Eine andere Legende erzählt von den beiden Mahagiri Nats, Bruder und Schwester, die auf der Flucht vor König Thinligyaung von Bagan Zuflucht im Berg fanden. Beliebt ist auch die Sage von Me Wunna, einem monsterhaften Weib, das sich von Blumen ernährte und in Byatta verliebte, den Blumenpflücker des Königs Anawrahta von Bagan. Der König hielt nicht viel von ihrer Liaison und ließ Byatta hinrichten, der sich daraufhin in ein Nat verwandelte. Als ihr der König auch noch die gemeinsamen Kinder wegnahm, starb Me Wunna an gebrochenem Herzen und wurde ebenfalls ein Nat. Diese vier Geister sollen bis heute im Vulkanherzen leben.

Die beiden Mahagiri Nats werden beim Nayon-Vollmond im Mai/Juni mit einem großen Fest in Myanmar geehrt, zu dem tausende Pilger von Kyaukpadaung auf den Taung Kalat steigen. Weitere Festivals finden zum Dezember-Vollmond und zum burmesischen Neujahr Thingyan (April) statt. Wer die Geister verehrt, sollte auf die Farben Rot, Grün und Schwarz verzichten, die den Geistern vorbehalten sind, und kein Fleisch mitbringen.

Buddhistisches Kloster am Gipfel von Mount Popa
Buddhistisches Kloster am Gipfel von Mount Popa

Aufstieg auf den Taung Kalat

Am Fuß des Mount Popa befinden sich nicht nur etliche Teestuben und Souvenirstände, sondern auch ein sehenswerter Tempel, in dem die Figuren aller 37 Nats aufgestellt sind. Besucher können sich hier über die Geisterverehrung in Myanmar informieren und die Geschichte der jeweiligen Nats, die allesamt einmal menschlich waren.

Der eigentliche Aufstieg beginnt bei den beiden Elefantenstatuen. Hier müssen auch die Schuhe ausgezogen werden. Auf halber Strecke steht der Schrein der beiden Mahagiri-Nats, die im Berg leben. Nach genau 777 Stufen erreichen Besucher das buddhistische Kloster am Gipfel, das erst im Jahr 1960 erbaut wurde.

Der Aufstieg kann durch die zudringlichen Affen beschwerlich werden, die am Berg leben. Speisen und Getränke sollten gut im Rucksack weggepackt werden, damit die Affen nichts stehlen können.

[ratings]

Aufstieg auf den Taung Ma-gyi

Wanderer können natürlich auch den eigentlichen Mount Popa, den erloschenen Vulkan, besteigen. Am Gipfel in etwa 1.500 Metern Höhe befindet sich ein riesiger Krater, der sich über 610 Meter Breite und 914 Meter Länge ausdehnt. Für die Besteigung müssen etwa 5 Stunden gerechnet werden. Wer im frühen Morgengrauen in Bagan aufbricht, kann abends wieder rechtzeitig zu seinem Hotel zurückkehren, doch stressfreier ist es, eine Zwischenübernachtung in einem der Guesthouses einzuplanen.

Für die Besteigung muss ein ortskundiger Führer angeheuert werden, zum Beispiel in Kyaukpadaung. Der Aufstieg kann auch von unerfahrenen Wanderern absolviert werden und führt durch eine schöne tropische Landschaft mit vielen Schmetterlingen, wilden Orchideen und seltenen Vogelarten. Vom Gipfel bietet sich ein toller Blick auf den Taung Kalat mit seinen goldenen Stupas.

Da der Berg vulkanischen Ursprungs ist, gibt es in seiner Umgebung zahlreiche heiße Quellen. Es dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis erste Ressorts an diesen Quellen entstehen, die zu heißen Thermalbädern einladen.

Lesetipp

Mit dem Ballon über Bagan schweben - ein herrliche Urlaubserinnerung

Aktivitäten in Bagan

In der Gegend um Bagan gibt es eine Vielzahl von Aktivitäten, die man erleben kann. …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.