Mandalay

Die alte Königsstadt Mandalay in Myanmar gehört zu jenen Orten, deren Name allein schon exotische Bilder traumhaft schöner Destinationen vor dem inneren Auge aufsteigen lassen. Das Gedicht „Mandalay“ von Rudyard Kipling ist weltberühmt und wurde unter anderem von Frank Sinatra für den Song „On the Road to Mandalay“ adaptiert. Auch Robbie Williams besang die „Road to Mandalay“ in einem Popsong. Da kann die Realität kaum mithalten, doch Mandalay sollte bei einer Burma-Reise auf jedem Fall auf dem Programm stehen.

Anders als viele vermuten ist Mandalay eine sehr junge Stadt, die am 13. Februar 1857 von König Mindon gegründet wurde. Bis dahin hatte der Königshof in Amarapura, nur 11 km weiter südlich residiert, doch der König wollte eine Prophezeiung erfüllen, wonach zum 2.400-jährigen Jubiläum des Buddhismus eine neue buddhistische Metropole am Fuß des gleichnamigen Berges gegründet werden sollte.

Mandalya: Eine Retortenstadt?

Die neue Metropole wurde zwischen vier Flüssen am Reißbrett geplant, in deren Mittelpunkt die 413 Hektar große Zitadelle lag. Sie war umgeben von kilometerlangen Mauern und einem fast fünf Meter tiefen Wassergraben, der von insgesamt fünf Brücken überquert wurde. Der Königspalast selbst wurde nicht neu gebaut: Der alte Palast wurde ganz einfach in Amarapura auseinandergenommen und dort wieder zusammengebaut. Auf König Mindon geht auch die Kuthodaw Pagode zurück, in der das „größte Buch der Welt“ aufbewahrt wird – insgesamt 729 Schrifttafeln mit den heiligen Texten des Theravada-Buddhismus, von denen jede einzelne in einer eigenen kleinen Stupa untergebracht ist.

Kolonialzeit und Kriegsleiden

Nach der Eroberung von Burma durch das britische Empire und der Verbannung des letzten Königs Thibaw ins indische Exil im Jahr 1885 verlor die Stadt an Bedeutung. Einen Teil der Schätze des Königspalastes brachten die Briten ins Victoria & Albert Museum in London (wo sie heute noch zu sehen sind), während der Palast selbst genutzt wurde um britische Truppen unterzubringen. Von Mai 1942 bis März 1945 war ganz  von japanischen Truppen besetzt, die im Palast ihre Vorräte unterbrachten. Dies führte dazu, dass der gesamte Palast von alliierten Truppen bombardiert wurde und komplett niederbrannte. Erst in den 90er Jahren wurde der Komplex originalgetreu wieder aufgebaut. Da für den Wiederaufbau Zwangsarbeiter eingesetzt wurden, wird der Besuch des Geländes bei vielen Einheimischen in Myanmar nicht gerne gesehen.

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Wirtschaftliches Zentrum der Region in Myanmar

Noch immer ist Mandalay die wichtigste Stadt in Oberburma und das wirtschaftliche Zentrum der Region, in dem auch die einzige Universität beheimatet ist. In den letzten Jahren strömten viele tausende chinesische Einwanderer aus der Provinz Yunnan über die Grenze nach Myanmar, die heute bis zu 40% der Einwohner Mandalays stellen. Zugleich verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Stadt auf über eine Million. Für viele einheimische Burmesen ist der Ort heute nicht mehr die alte burmesische Königsstadt sondern eher ein Außenposten des großen Nachbarn China. Allerdings sorgten die Chinesen auch für einen wirtschaftlichen Boom in der verschlafenen Großstadt.

Die alte Hauptstadt Amarapura, die König Mindon einst zurückließ um sich am Fuß des Bergs niederzulassen, ist durch die Ausdehnung Mandalays heute zu einem Vorort geworden. Auch durch die Verlegung des Regierungssitzes von Yangon ins nahegelegenen Naypyidaw hat die Region wieder an Bedeutung gewonnen. Die Stadt besitzt zudem den größten und modernsten Flughafen von Burma, der für 150 Millionen US Dollar im Jahr 2000 von der Militärregierung aus dem Boden gestampft wurde und bislang kaum benutzt wird. Durch die Öffnung des Landes für ausländische Besucher und Investoren könnte man hier in Zukunft von seinem Großflughafen stark profitieren.

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