Geschichte

Über viele Jahrhunderte hinweg glich die Geschichte des heutigen Myanmar der seiner Nachbarn: Unterschiedliche Stämme wie die Mon und die Karen siedelten als erste an den großen Flüssen des Landes, gefolgt von indochinesischen Stämmen, aus denen sich die birmanischen Völker entwickelten. Schon früh übernahmen sie den Buddhismus, den der große indische König Ashoka im 3. Jahrhundert v. Chr. in der ganzen Region propagierte. Viele weitere Stämme folgten, ehe sich etwa um das 11. Jahrhundert herum ein gemeinsames Land mit der Hauptstadt Bagan entwickelte, dessen Könige die meiste Zeit damit beschäftigt waren, die vielen verschiedenen Völker der Region unter sich zu vereinigen. Die Geschichte des Königreichs von Bagan fand 1287 mit der Invasion der Mongolen unter Kublai Khan ihr Ende.

Nach mehreren Jahrhunderten, in denen die fünf zersplitterten Königreiche von Rakhine (Arakan), Bago, Pyu, Toungoo und In-Wa nebeneinander her regierten, gründete der erst 38-jährige Alaungpaya 1753 das erste vereinigte Königreich Burma, das er zunächst von Shewbo aus regierte. Seine Söhne eroberten später riesige Landstriche, zu denen auch die heute zu Thailand gehörenden Regionen Chiang Mai und Ayutthaya gehörten. Die Hauptstadt wurde zunächst nach In-Wa verlegt, ehe König Bodawpaya 1783 einen neuen Regierungssitz mit dem Namen Amarapura gründete. Später zogen die Könige nach Mandalay um. Die kuriose Entscheidung des heutigen birmanischen Militärregimes, eine neue Hauptstadt namens Napidyaw im Herzen des Landes aus dem Boden zu stampfen, lässt sich besser verstehen, wenn die Wanderlust der vorausgehenden birmanischen Herrscher in Betracht gezogen wird.

Die Geschichte der Kolonialzeit von Burma

König Bodawpaya eroberte 1784 Rakhine (Arakan), 1813 Manipur und 1817 Assam im Nordwesten des Landes und kam so den Briten in die Quere, die ihr riesiges Kolonialreich Britisch-Indien im 18. Jahrhundert etabliert hatten. Die Briten stachelten die lokale Bevölkerung von Manipur und Assam gegen die birmanischen Eroberer auf und provozierten so den ersten anglo-birmanischen Krieg, der von 1824 bis 1826 dauerte. Der modernen europäischen Kriegsführung war Burma nicht gewachsen und handelte sich eine schmerzhafte Niederlage ein, die zum Verlust der gerade erst eroberten Provinzen Rakhine, Manipur und Assam, sowie von Tenasserim führte. Zudem sollte Burma eine für damalige Verhältnisse unglaublich hohe Summe von 1 Millionen britische Pfund an Kriegsreparaturen zahlen. Trotzdem verleibten sich die Briten im Jahr 1852 auch noch die Provinz Pegu ein und gründeten die neue koloniale Provinz Britisch-Burma.

König Mindon, der 1853 den burmesischen Thron bestieg, gelang es zu dieser Zeit eine Weile, die Briten auf Abstand zu halten und das Land erlebte eine neue kulturelle Blüte. Sein Sohn und Nachfolger Thibaw machte jedoch den Fehler, sich mit den Franzosen gut zu stellen, die bereits weiter östlich das Kolonialreich Indochina mit Vietnam, Kambodscha und Laos errichtet hatten. Daraufhin gerieten die Briten in Panik, dass Rest-Burma auch noch an den französischen Erzfeind fallen könnte und besetzten 1885 kurzerhand die neue Hauptstadt Mandalay. König Thibaw und seine Familie wurden im folgenden Jahr ins Exil nach Indien geschickt und Burma wurde endgültig Teil des riesigen britischen Kolonialreiches.

Die Briten verlegten die Hauptstadt nach Rangoon, einer Hafenstadt am Irrawaddy-Delta und änderten während der Geschichte der Kolonialzeit des Landes das Gefüge dramatisch. Immer wieder kam es zu Aufständen einzelner Stämme gegen die Kolonialregierung, die niedergeschlagen wurden. Zwar kam es zu einem großen wirtschaftlichen Aufschwung, doch von diesem profitierten fast nur britische und anglo-birmanische Firmen und Wirtschaftsimmigranten aus Indien. Die dörfliche Bevölkerung von Burma dagegen verarmte.

[ratings]

Widerstand gegen die Kolonialherrschaft

Schon im frühen 20. Jahrhundert kam es immer wieder zu Protesten gegen die Kolonialregierung und zu starken nationalistischen Strömungen. Nach der zweijährigen „Galon Rebellion“ wurden mehrere Anführer der burmesischen Reformbewegung von den Briten hingerichtet. Zu den jungen Studenten, die zu jener Zeit die Proteste an den Universitäten anführten, gehörte auch der spätere Nationalheld Aung San, dessen Tochter Aung San Suu Kyi heute die wichtigste Anführerin der Demokratiebewegung von Myanmar ist.

Die Geschichte von Myanmar Teil 2 (Ende der Kolonialzeit und das heutige Myanmar) können Sie in einem weiteren Artikel lesen.

Lesetipp

Yoga-Möglichkeiten in Myanmar

Yoga in Myanmar

Die in Europa weit verbreiteten Formen des körperlich aktiven Yoga sind in Myanmar bislang nahezu …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.