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Die Flagge von Myanmar

Kaum ein Land hat so häufig die Flagge gewechselt wie Myanmar. Die heute Nationalflagge mit gelb-grün-roten Querstreifen und einem weißen Stern in der Mitte wurde erst im Oktober 2010 offiziell eingeführt und ist damit eine der jüngsten Flaggen der Welt.

Flagge mit Farben gelb, grün und rot

Die drei Farben stehen dabei symbolisch für Werte wie Solidarität (gelb), Frieden und Ruhe (Grün) und Mut und Entschlossenheit (Rot). Der weiße Stern soll die Einheit des Landes bekräftigen. Mit dieser Einführung wollte das Militärregime im Jahre 2010 den Wandel vom alten „Burma“ zur neuen „Union of Myanmar“ bekräftigen, der in der neuen Verfassung von 2008 festgelegt worden war.

Die Flagge von Myanmar
Die Flagge von Myanmar

Die Neue orientiert sich an der Flagge, die während der japanischen Besetzung von 1943 bis 1945 in Gebrauch war und damals einen bunten Pfau mit aufgeschlagenem Rad innerhalb eines weißen Kreises in der Mitte zeigte. Die Querstreifen waren bereits gelb-grün-rot angeordnet.

Der Pfau wurde schon von der Konbaung-Dynastie als Wappentier genutzt, die von 1752 bis 1885 das vereinigte Königreich Burma benutzte. Vorgänger des Pfaus im Mittelalter war der mythologische Hintha-Vogel, der golden auf grünem Hintergrund abgebildet wurde und heute noch auf mehreren regionalen Flaggen vertreten ist.

Einfluss der Kolonialzeit auf Myanmar

Nach der Eroberung des Landes durch die Briten wehte der Union Jack wie überall in den Kolonien des Empire über Burma. Erst 1939 wurde eine eigenständige Flagge für die Kolonie British Burma entwickelt, die ähnlich wie die Flaggen Australiens und Neuseelands einen kleineren Union Jack in der linken oberen Ecke zeigte und ansonsten eine blaue Fläche, auf der im Falle Burmas wieder der Pfau der Konbaung-Dynastie zu sehen war. Nach kurzen Intervallen im 2. Weltkrieg, in denen die japanische Flagge der Besatzer und die erste gelb-grün-rote Staatsflagge Burmas zu sehen waren, kehrte das alte Model von British Burma von 1945 bis 1948 noch einmal zurück.

Von 1948 bis 1974 war die erste offizielle Staatsflagge der „Union of Burma“ in Gebrauch, die in der linken oberen Ecke einen großen weißen Stern, umgeben von fünf kleineren weißen Sternen (welche die wichtigsten ethnischen Gruppen des Landes repräsentierten) auf blauem Hintergrund zeigte, während der Rest rot war.

Diese wurde 1974 nach der Machtergreifung von General Ne Win noch einmal so verändert, dass sie insgesamt 14 Sterne (für alle Provinzen und Staaten) zeigte, die um eine Reispflanze und ein Zahnrad herum gruppiert waren. Der Reis stand dabei für die Landwirtschaft und das Zahnrad für die Industrie des Landes. Während des Aufstandes von 1988 wurde die Flagge von Demonstranten häufig verkehrt herum aufgehängt um den Protest gegen die Militärs zu verdeutlichen.

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Weitere Flaggen


Der Pfau ist noch nicht ganz aus Myanmar verschwunden: Er ist in der Fahne der National League for Democracy von Aung San Suu Kyi wieder als abstrakte goldene Figur gemeinsam mit einem weißen Stern auf rotem Hintergrund zu sehen.

Die heutige gelb-grün-rote Nationalflagge von Myanmar wird durch die Marine-Form ergänzt, die in der linken oberen Ecke einen weißen Stern auf rotem Feld zeigt. Der Rest ist weiß bis auf einen blauen Anker in der rechten unteren Ecke.

Jeder der sieben Staaten und die sieben Provinzen von Myanmar verfügen außerdem über eigene Flaggen, die mal mehr und mal weniger originell sind. Der Chin State zeigt beispielsweise einen weiß-gelben Nashornvogel in einem weißen Kreis, der wiederum von neun Sternen umgeben ist, auf einem Hintergrund mit blau-rot-grünen Streifen. Die Region Irrawaddy-Delta zeigt weiß-blaue Wellen im Hintergrund und die Regionen Bago und Sagaing den mythologischen Hintha-Vogel. Andere Regionen belassen es dagegen einfach bei ihrem Schriftzug auf farbigem Hintergrund.

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