Fauna

Durch die noch fast völlig unverbaute Natur des riesigen Landes wurde Myanmar zu einem Rückzugsort für eine unglaubliche Fauna, die in den Regenwäldern und im Hochland zuhause sind. So sind in Burma noch viele Tiger, Elefanten, Nashörner und andere Wildtiere beheimatet, sowie eine große Zahl kleinerer Tiere. Erst 2010 wurde eine neue Affenart entdeckt, die nun als Myanmar snub-nosed monkey bezeichnet wird. Der Rote Panda, auch Katzenbär genannt, ist hier ebenfalls weitverbreitet und erinnert eher an einen Waschbären als an einen Panda.

Die größte Zahl wilder Elefanten lebt heute im Alaungdaw Kathapa Nationalpark, dem mit 1.605 Quadratkilometern größten Nationalpark des Landes. Etwa 200 Exemplare leben hier zusammen mit Leoparden, Wildschweinen, Bären, Eichhörnchen, Affen und Eidechsen.

Nationalparks und Schutzgebiete

Insgesamt gibt es in Burma neun Nationalparks und viele weitere unter Naturschutz stehende Gebiete mit einer beeindruckenden Flora und Fauna. Ein beliebtes Ausflugsziel von Yangon aus ist der Hlawga Lake Nationalpark im Irrawaddy-Delta, in dem Rotwild, Affen und Wildschweine beheimatet sind. Wer Glück hat, bekommt auch einen Pangolin zu sehen, einen Ameisenbär, dessen Haut mit Schuppen bedeckt ist. Weniger Glück haben die Besucher, die sich einer der hier heimischen Kobras oder Pythons gegenüber finden. Besser ist es daher, sich nur an geführten Touren zu beteiligen.

Myanmar: Giftige Schlagen und Spinnen

Wer Angst vor Schlangen hat, muss auf seiner Reise sehr tapfer sein: Das Land nimmt den weltweit ersten Platz bei den durch Schlangenbissen verursachten Todesfällen. Zu den vielen giftigen Schlangen, die sich in den Regenwäldern des Landes tummeln, gehört die hochgiftige Russels Pit Viper und die Königskobra, die eine stattliche Länge von fünfeinhalb Metern erreichen kann. Diesen Tieren in freier Wildbahn zu begegnen ist jedoch aufgrund der Reiserestriktionen für Touristen in Burma recht unwahrscheinlich.

Ähnlich verhält es sich mit Spinnen: So wurden in einer Höhle im Kayin-Staat mehrere Exemplare der Spinnengattung Heteropoda gefunden, deren größte Exemplare es auf 30 Zentimeter lange Beine bringen. Doch in den Städten sind diese Tiere nicht anzutreffen. Wunderschön, aber leider auch hochgiftig ist die „blaue Tarantel“ (haplopelma lividum), die Touristen auf ihrer Reise in Myanmar höchstens im Zoo sehen werden.

Myanmar zählt darüber hinaus 32 verschiedene Schildkrötenarten, 92 Fledermausarten und ganze 1.014 verschiedene Schmetterlingsarten. Eine selbst im Vergleich zu anderen südostasiatischen Ländern bemerkenswerte Fauna.

Seeschutzgebiet für einzigartige Fauna

Unter den Meeresbewohnern ist der Irrawaddy-Delphin der wohl bekannteste. Er ist enger mit dem Orca verwandt als mit herkömmlichen Delfinen und wurde im 19. Jahrhundert zum ersten Mal im Delta des Irrawaddy entdeckt. Er kommt in einer großen Region vom Ganges-Delta bis nach Borneo vor.

Im tiefen Süden von Burma befindet sich der Lampi Island Marine Nationalpark, das einzige Meeresschutzgebiet des Landes, dessen dichte Mangrovenwälder und Korallenriffe vielen seltenen Fischsorten einen Rückzugsort bieten. Ein ganz besonderer Bewohner dieses Gebietes ist der sogenannte Dugong, eine plumpe Kreatur, die mit Seekühen verwandt ist. Einst in tropischen Gewässern weltweit verbreitet, ist der Dugong heute vom Aussterben bedroht.

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Vielfältige Vogelpopulationen in Burma

Auch Vogelfreunde kommen in Burma auf ihre Kosten, denn im Land sind über 100 Vogelarten heimisch, darunter mehrere endemische Vogelarten, die nirgendwo anders vorkommen. Noch immer werden in den Dschungeln und im unzugänglichen Hochland von Myanmar neue Vögel identifiziert, so zuletzt 2004 ein Vogel mit dem schönen Namen Naung Mung Scimitar Babbler Jabouilleia naungmungensis. Bis der Führer den Namen ausgesprochen hat, ist der Vogel längst wieder fortgeflogen. Wer sich nicht speziellen mehrtägigen Birdwatching-Touren anschließen will, hat vor allem am Inle Lake gute Gelegenheiten, seltene Vögel mit eigenen Augen zu beobachten.

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