Erdbeben in Myanmar

Myanmar liegt in einer der beiden großen Erdbebenregionen der Welt, die sich vom nördlichen Asien bis zur Nordküste Australiens hinzieht. Erst am 24. März 2011 und wieder am 11. November 2012 wurde Myanmar von zwei starken Erdbeben heimgesucht, die mit je 6,8 auf der Richter-Skala gemessen wurden. Bei beiden Erdbeben gab es mehrere Tote und viele Verletzte, doch Touristen waren nicht betroffen.

Beben in 2011 und 2012

Beim Beben im März 2011 wurden in Myanmar 390 Wohnhäuser und 14 Kloster zerstört. Mindestens 74 Personen kamen ums Leben. Glimpflicher verlief das Beben im November 2012, bei dem „nur“ ein Dutzend Tote zu beklagen waren. Das Beben im März 2011 war so stark, dass es auch in Städten der Nachbarländer, u.a. in Chiang Rai in Thailand, in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi und in den Regionen Yunnan und Guangxi in China zu Evakuierungen kam. In Chiang Mai wurde der berühmte Wat Chedi Luang im Zentrum beschädigt.

Erdbeben aufgrund von Erdplatten

Die gesamte Region um Myanmar, Nordthailand, Yunnan in China und im Westen von Laos wird immer wieder von stärkeren Beben getroffen. Dies liegt daran, dass in etwa zehn Kilometer Tiefe die indische und die eurasische Erdplatte im Sagaing Fault aufeinander treffen, eine Verwerfung, an der die beiden Erdplatten immer wieder aneinander reiben. Die indische Erdplatte drängt jedes Jahr etwa 5 Zentimeter weiter nach Nordosten.

Zudem trifft die Indische Platte in Burma auf den sogenannten Sunda-Bogen, der sich von Burma aus nach Südosten über die Andamanen und Indonesien bis zur australischen Platte zieht. Das Seebeben, das im Dezember 2004 den verheerenden Tsunami im indischen Ozean auslöste, ist ebenfalls auf die Erdverschiebungen in der Region zurück zu führen. Bei diesem Seebeben verschob sich die Inselgruppe der Nikobaren um ganze 15 Meter in südwestliche Richtung, mehrere Inseln versanken im Meer.

Keine überdurchschnittliche Gefahr in Myanmar

Für Touristen besteht in Myanmar im Allgemeinen keine größere Gefahr als in vielen anderen Regionen der Erde wie beispielsweise in Japan, Kalifornien oder der Türkei. Ein spezielles Problem ist in diesem Land allerdings die marode Infrastruktur. Wurden bei früheren starken Erdbeben in der Region in erster Linie Tempel beschädigt, hat das starke Wachstum burmesischer Städte wie Yangon und Mandalay dazu geführt, dass immer mehr Menschen in ihren Wohnhäusern betroffen sind.

Als besonders betroffen gilt Mandalay, das direkt auf dem Sagaing Fault liegt, und mittlerweile eine Million Einwohner zählt. Aber auch das 4,5 Mio. Einwohner zählende Yangon ist gefährdet, da hier die Zahl der Einwohner, die in schlecht gebauten, instabilen Häusern lebt, wesentlich höher ist.

Touristen brauchen sich jedoch in den meisten Fällen keine Sorgen machen: In den 90er Jahren traten neue Bauvorschriften in Kraft, durch die neuere Gebäude – dazu gehören auch die meisten Hotels – erdbebensicher gebaut wurden. Wer das Risiko minimieren will, sollte daher moderne Hotels wählen, die maximal zwei Stockwerke zählen oder aus zahlreichen kleinen Bungalows oder Villen bestehen.

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Hinweis: Drop, Cover, Hold

Da Deutschland in einer relativ sicheren Zone liegt, wird kaum darüber gesprochen, was in einem Ernstfall zu tun ist. Die wichtigsten Maßregeln lassen sich im anglo-amerikanischen Sprachraum mit „Drop, Cover, Hold“ zusammenfassen:

Sobald die Erdstöße spürbar sind, auf den Boden fallenlassen (Drop), Schutz suchen, z.B. unter einem Tisch (Cover) und an etwas festhalten (Hold). Der aufgesuchte Schutz sollte nicht eher verlassen werden, bis die Erdstöße aufgehört haben. Dann möglichst schnell ins Freie gehen. Beim Verlassen höherer Stockwerke unbedingt die Treppe nehmen, niemals den Aufzug!

Wer im Freien von einem Erdbeben überrascht wird, sollte ebenfalls Schutz nach der Drop, Cover, Hold-Methode suchen. Wichtig: Nicht von Gebäuden, Bäumen usw. entfernen, da die Gefahr dann am größten ist, von herabfallenden Mauerteilen oder umstürzenden Bäumen getroffen zu werden.

Wer sich an einem Strand oder an der Küste aufhält, sollte direkt nach dem Aufhören der Erdstöße höhere Lagen aufsuchen, da Erdbeben Tsunamis auslösen können.

Nach dem eigentlichen Erdbeben kann es zu Nachbeben kommen. Gerade in einer fremden Umgebung wie eben auch in Myanmar ist es sicherer, an einem Ort im Freien zu verbleiben, bis die Hilfskräfte Entwarnung gegeben haben.

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