Bewohner

In der „Union of Myanmar“ lebt eine Vielzahl unterschiedlicher Völker und Stämme, die insgesamt mehr als hundert verschiedene Sprachen und Dialekte sprechen. Seit 2010 unterteilt die Regierung des Landes Myanmar in sieben unterschiedliche „Regionen“, in denen vornehmlich ethnische Birmanen neben, und sieben „Divisionen“, deren Bewohner vornehmlich bestimmte ethnische Minderheiten bilden, z.B. im Mon State (Volk der Mon) Shan State (Volk der Shan) oder Rakhine State (Volk der Arakanesen).

Unterdrückung von Teilen der Bewohner von Myanmar

Die Militärregierung von Myanmar unterdrückt die ethnischen Minderheiten systematisch, wodurch es immer wieder zu Unruhen in den Divisionen kommt. Besonders betroffen davon sind die Karen, die bis heute in der Grenzregion zu Thailand einen Guerilla-Krieg gegen das birmanische Regime führen, und die muslimischen Rohingya in Rakhine, denen 1982 die birmanische Staatsbürgerschaft aberkannt wurde.

Die ethnischen Birmanen werden „Bamar“ genannt, da zumindest theoretisch alle Bewohner bzw. Staatsbürger des Landes Birmanen sind, auch wenn sie ethnisch zu den Karen, Mon, etc. gehören. Sie machen etwa zwei Drittel der Bevölkerung des Landes aus. Ihre Sprache, Birmanisch oder Burmesisch genannt, ist die offizielle Landessprache, die auch von den anderen Volksstämmen gesprochen wird. Die Bamar kamen einst aus der chinesischen Provinz Yunnan in das fruchtbare Tal des Irawaddy und ließen sich dort nieder. Im Laufe der Jahrhunderte verdrängten sie die dort ansässigen Mon und Pyu. Ihre Sprache gehört zur sino-tibetanischen Sprachfamilie, verwendet jedoch die Schriftzeichen der Mon und der noch älteren indischen Sprache Brahmi aus der Zeit des Kaisers Ashoka.

Ethnische Minderheiten in Myanmar

Die größte ethnische Minderheit im Land stellen die Shan, die ethnisch und linguistisch eng mit den Thais verwandt sind. Das Word „Shan“ leitet sich vermutlich von „Siam“ ab, der alten Bezeichnung für Thailand. Vor allem im östlichen Gebiet, im „Goldenen Dreieck“ mit Thailand und Laos, wird ein Dialekt gesprochen, der dem Thai im nördlichen Thailand ähnlicher ist als der birmanischen Sprache. Etwa 9% der Bevölkerung von Myanmar gehören den verschiedenen Shan-Stämmen an.

Mit 7% Anteil an der Bevölkerung sind die Karen Bewohner die zweitgrößte Minderheit im Land. Sie leben vor allem im Süden und im Südosten Myanmars entlang der Grenze zu Thailand. Das Wort „Karen“ wurde von den Briten eingeführt und vom birmanischen Wort „Kayin“ abgeleitet. Diese Bevölkerungsgruppe war als einzige offen für das Christentum und konvertierte in großen Zahlen, gleichzeitig genossen sie während der britischen Kolonialzeit besondere Privilegien. Seit der Unabhängigkeit von Burma wurden sie von der birmanischen Militärregierung stark verfolgt und wehrten sich mit Guerilla-Aktivitäten, die seit Jahrzehnten anhalten. Noch bis 2010 kam es nach Angaben zu ethnischen Säuberungen durch die Regierung auf ihrem Gebiet und über 160.000 davon leben heute in Flüchtlingscamps auf der thailändischen Seite der Grenze.

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Halsreifen aus Messing: Die Bewohner Padaung

Sehr bekannt ist der Stamm der Padaung, der zu den Karen gehört: Die Frauen tragen Halsreifen aus Messing, der ihre Hälse künstlich streckt indem die Schlüsselbeine tiefer in den Körper gedrückt werden. Anders als manche Reiseführer behaupten, können die Ringe jedoch auch nach vielen Jahren noch abgenommen werden, ohne dass den Frauen der Hals bricht. Viele jüngere Padaung-Frauen verzichten heute auch ganz auf die traditionellen Messingringe, weil sie nicht länger als „Giraffenfrauen“ und Attraktion für Touristen gelten wollen.

Die Arakanesen im Rakhine State (der früher Arakan hieß) machen etwa 3,5% der Bevölkerung aus. Die meisten von ihnen sind Buddhisten, deren Kultur aufgrund der geografischen Nähe stärker von Indien beeinflusst wurde als von Südostasien. Arakan war von 1430 bis 1784 ein unabhängiges Königreich mit der Hauptstadt Mrauk-U, die zu jener Zeit zu den größten und schönsten Königsstädten der Region gehörte. Seit vielen Jahren kommt es im nördlichen Rakhine zu Konflikten zwischen der buddhistischen Mehrheit und der islamischen Minderheit der Rohingya, die von der birmanischen Regierung 1982 für staatenlos erklärt wurden.

Weitere Minderheiten sind die Mon (2%), die ethnisch eng mit den Khmer Kambodschas verwandt sind, die Kachin (1,5%) und die Chin (1%), die im nordöstlichen Hochland von Burma leben und vielfach noch dem traditionellen Geisterglauben anhängen. Weiterhin leben mehrere hunderttausend Chinesen und Inder im Land. Als eigene Gruppe werden auch die sogenannten Anglo-Birmanen gezählt. Sie gingen aus Mischehen während der Kolonialzeit hervor und galten bis zum 2. Weltkrieg als einflussreiche, wirtschaftlich starke Gruppe. Seit der Machtergreifung des Militärs 1958 wanderten viele von ihnen jedoch nach Großbritannien und Australien aus.

Etwa 90% der Bevölkerung von Burma sind Buddhisten.

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