Bagan

Bagan, früher auch Pagan genannt, ist das wohl größte architektonische Wunder von Myanmar und einer der größten Touristenmagneten des Landes. Neben der weltberühmten Khmer-Stadt Angkor Wat in Kambodscha ist sie zudem die wohl wichtigste archäologische Stätte in ganz Südostasien. Im Mittelalter entstanden am Irrawaddy auf einer Fläche von über hundert Quadratkilometern mehr als 10000 Tempel und Pagoden, von denen heute noch mehr als 2000 erhalten sind. Die Weltkulturerbestätte besticht durch eine einzigartige Atmosphäre und darf auf keinen Fall bei einer Burma-Reise fehlen.

Wo liegt Bagan?

Die ehemalige Königsstadt von Myanmar liegt etwa 700 Kilometer nördlich von Yangon am Irrawaddy River in der „Trockenzone“ des Landes, die wenig Monsunregen erhält. Das ganze Jahr über ist es zwischen 25 und 30 Grad heiß. Die „Bagan Archaological Zone“ mit Old Bagan als Zentrum liegt etwa 4 Kilometer außerhalb der Stadt Nyaung-U, deren Flugplatz von den meisten Besuchern von Burma genutzt wird.

Sonnenuntergang über der Ebene von Bagan
Sonnenuntergang über der Ebene von Bagan

Die Entstehung des Königreiches in Myanmar

Die Entstehung des Königreiches von Bagan ist unter Archäologen umstritten und wird entweder auf das zweite oder das neunte Jahrhundert n. Chr. datiert. Vermutlich lebten schon lange einzelne Stämme in der furchtbaren Ebene am Irrawaddy, doch bewiesen ist nur, dass die Stadt ab 1044 zur Hauptstadt des gleichnamigen Königreiches wurde und sich zu einer wohlhabenden weitläufigen Stadt entwickelte. Die Einwohner Bagans galten als ausgesprochen gelehrt und aus ganz Südostasien zogen Schüler an den Irrawaddy um Philosophie, Psychologie, Astrologie, Medizin und die alte Sanskrit-Sprache Pali zu studieren. Zu jener Zeit kamen buddhistische Richtungen wie Theravada, Mahayana und Tantra noch tolerant miteinander aus und auch verschiedene Strömungen des Hinduismus und der alte animistische Glaube an die Nats hatten hier ihren Platz. In der Blüte des Königreiches von Bagan zwischen dem 11. und dem 13. Jahrhundert entstanden insgesamt über 10.000 kleine Tempel und Pagoden mit rund 1.000 Stupas und 3.000 Klöstern.

Durch mongolische Feldzüge ins fruchtbare Land des Irrawaddy wurde die Bevölkerungszahl ab dem späten 13. Jahrhundert stark dezimiert und die Stadt bzw. Region in Myanmar verlor allmählich seine Bedeutung. Im Jahre 1297 musste es schließlich auch seine Funktion als Hauptstadt abgeben und auch wenn es nie vollständig aufgegeben wurde, wurde es doch über viele Jahrhunderte hinweg praktisch bedeutungslos. Lediglich einige wenige bekannte Tempel blieben als Pilgerstätten erhalten und wurden stets renoviert, während tausend kleinere Tempel dem Verfall preisgegeben wurden. Auch heute stiften gläubige Buddhisten lieber einen neuen Tempel als einen alten Tempel zu renovieren, denn nur ein Neubau bringt den erhofften „Merit“ (Verdienst), den sich jeder Buddhist auf dem Weg ins Nirvana verdienen muss.

Der Sonnenaufgang auf der Ebene von Bagan
Der Sonnenaufgang auf der Ebene von Bagan
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Gefahr durch Erdbeben und fehlende Instandhaltung

Nicht nur der Zahn der Zeit nagte jedoch an den vielen Tempeln von Bagan, sondern auch eine Vielzahl von Erdbeben und die Militärjunta trugen zur Zerstörung des Weltkulturerbes in Myanmar bei. Erst 1975 wurde die bis dahin als eine der größten und schönsten bekannte Bupaya Pagode durch ein starkes Erdbeben in Burma vollkommen zerstört. Die Militärs dagegen beschlossen in den 90er Jahren, die ehemalige Tempelstadt zu einer Touristenattraktion zu entwickeln und begannen unter Verwendung moderner Baumaterialen mit unprofessionellen Restaurationen, die bei prominenten Archäologen zu einem kollektiven Haare raufen führten.

Blick von oben auf die Ebene von Bagan
Blick von oben auf die Ebene von Bagan

Touristen haben sich trotzdem nicht abschrecken lassen und heute gehört Bagan zu den meistbesuchten Orten des Landes. Sie genießen die heute noch verwunschene stille Atmosphäre auf dem riesigen Gebiet, in dem sie vor allem mit dem Fahrrad lange Wege zurück legen können ohne einem einzigen anderen Touristen zu begegnen. Mit der Öffnung von Burma zur Welt und dem Einsetzen eines größeren Tourismusbooms dürfte sich dies bald ändern.

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