Aufenthalt in einem Kloster in Myanmar

Ein mehrwöchiger spiritueller Rückzug in ein Kloster, umgeben von der Stille der endlosen Wälder von Myanmar… für viele Menschen ein Traum. Wer einen längeren Aufenthalt in einem burmesischen Kloster plant, muss jedoch bei der Planung einige Dinge berücksichtigen.

Spezielles Visum für Meditation in Myanmar möglich

Zunächst einmal ist ein herkömmliches Visum für Myanmar auf eine Aufenthaltsdauer von 28 Tagen beschränkt. Für einen echten, vertiefenden Klosteraufenthalt reicht dieses Zeitfenster häufig nicht. Die Regierung von Myanmar stellt deswegen spezielle Meditation Visa aus, die zu einem längeren Aufenthalt im Land berechtigen. Um ein Meditationsvisum zu erhalten, muss jedoch eine Einladung des entsprechenden Klosters oder Meditationszentrums vorliegen. Da die Visaerteilung bis zu zwei Monate in Anspruch nehmen kann, sollte der Prozess bereits in Deutschland in Gang gesetzt werden. Ansonsten ist es natürlich auch möglich zunächst mit einem normalen Touristenvisa nach Myanmar einzureisen, das gewünschte Kloster kurz zu besuchen und um die Einladung zu bitten. Während der mehrwöchigen Bearbeitungszeit können dann andere südostasiatische Länder bereist werden. Weitere Informationen zum Meditationsvisum und das Antragsformular gibt es bei der Botschaft von Myanmar in Deutschland.

Auf die Sprache achten

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sprachbarriere: Derzeit wird in Myanmar noch kaum Englisch gesprochen. Besucher sollten daher darauf achten, eines der Klöster oder Meditationszentren zu wählen, in denen englischsprachige Mönche leben.

Mögliche Anlaufpunkte

Eines der berühmtesten Klöster Myanmars, das auch ausländische Gäste über einen längeren Zeitraum aufnimmt, ist das Kyunpin Meditation Center in Sagaing am Ufer des Irrawaddy. Während das Kloster über hundert Jahre alt ist, wurde es erst 2008 durch den Meditationslehrer U Zatila erweitert, der einheimische und externe Gäste in die Vipassana Meditationslehre einführt. Zu den täglichen Programmpunkten gehört das Meditieren im Sitzen und im Gehen sowie einzelne Gespräche mit dem Sayadaw (Lehrer) und Gruppengespräche.

Ein weiteres wichtigtes Meditationszentrum ist das Kloster Pa Auk Tawya in der Nähe von Mawlamyine (Moulmein) im Mon State. Neben mehreren hundert einheimischen Mönchen und Nonnen leben auch regelmäßig etwa 100 Besucher in diesem Kloster um sich in die Lehren des Therava-Buddhismus zu vertiefen. Das Gelände in Pa Auk ist in drei unterschiedliche Bereiche unterteilt, die streng voneinander getrennt sind. So sind nicht nur ausländische Gäste von den einheimischen Mönchen getrennt, sondern auch Männer von Frauen. Ausländische Besucher werden in sogenannten Kutis unterbracht, kleinen Hütten, die nur eine Person beherbergen. Das Meditationsprogramm in Pa Auk Tawya ist hart: Fünfmal täglich finden 90-minütige Sitzungen in der großen Meditationshalle statt – die erste beginnt um 4.00 Uhr morgens.

Im Großraum der Metropole Yangon befinden sich mehrere Klöster und Meditationszentren, die ausländische Gäste aufnehmen, darunter die beiden Chanmyay Yeiktha Meditation Centres in Kaba Aye und Hmawbi, die Vipassana nach der Mahasi Sayadaw-Methode lehren, das Mahasi Sasana Yeiktha Centre, das Satipatthana Vipassana lehrt und das Swe Oo Min Dhamma Sukha Yeiktha International Centre in Mingaladon, das Cittanupassana Vipassana Meditation lehrt.

Ein beliebter Rückzugsort für interessierte Ausländer ist das Panditarama Forest Meditation Center etwa eine Stunde außerhalb von Yangon in einem Waldgebiet gelegen, das wiederum einen Ableger des Panditarama Shwe Taung Gon Sasana Yeiktha in Yangon darstellt. Auch hier wird die Lehre des Mahasi Sayadaw weitergegeben. Ein Highlight ist das jährliche 60-tägige Retreat unter der Leitung des Gründers Sayadaw U Pandita, der tägliche Vorträge hält. Jedes Jahr nehmen etwa 100 ausländische Gäste an diesen Retreats teil.

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Die Regeln im Kloster

Wer zum ersten Mal über einen Klosteraufenthalt nachdenkt, sollte sich vorab mit den Regeln des Klosterlebens auseinander setzen und wissen, worauf er sich einlässt. Die Unterbringung in burmesischen Klöstern erfolgt generell in sogenannten „Kutis“, kleinen Hütten, oder in Einzelzimmern mit angeschlossenen Badezimmern, die ausgesprochen einfach eingerichtet sind.

Der Tag beginnt in den Klöstern früh – schon vor Sonnenaufgang treffen sich die Mönche zur ersten Meditation in der großen Halle ehe sie ins Dorf gehen um ihr tägliches Essen einzusammeln. Auch ausländische Gäste müssen sich an die Speiseregeln halten: Zum Mittagessen erhalten sie wie alle anderen eine Mahlzeit, die aus den Spenden der Dorfbewohner zubereitet wurde. Nach 12.00 Uhr ist feste Nahrung nicht mehr erlaubt. Es gibt nur noch Tees und Fruchtsäfte. Alkoholische Getränke sind generell tabu, ebenso wie das Rauchen oder das Kauen von Betelnüssen.

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